Die Geschichte

Die Geschichte der Kieferer Krippe

Mit der „Kieferer Krippe“ verbinden viele Menschen in Kiefersfelden persönliche Erinnerungen. Schon bis etwa 1950 wurde in der Pfarrkirche Heilig Kreuz links unter der Empore eine große Landschaftskrippe aufgebaut. Ältere Kieferer erinnern sich noch gut daran: Die Krippe füllte damals beinahe die ganze Breite unter der Empore aus.

Die Figuren stammten ursprünglich nicht aus einem eigenen Bestand der Kirche, sondern waren Leihgaben einheimischer Schnitzerfamilien, unter anderem der Familien Leibl und Werl. Das zeigt schon, welchen Stellenwert das Krippenbauen früher in Kiefersfelden hatte.

Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten Kirchen- und Hauskrippen in Tirol und Bayern ganz selbstverständlich zur Weihnachtszeit. In vielen Häusern stand eine Krippe im Herrgottswinkel. Figuren wurden selbst geschnitzt oder bei heimischen Künstlern in Auftrag gegeben. Oft wurden diese Krippen wie ein Familienschatz gehütet und an Kinder und Enkel weitergegeben.

In Kiefersfelden war das „Kripperlschauen“ ein fester Brauch. Man besuchte Nachbarn, Verwandte und Freunde, schaute sich deren Hauskrippen an, staunte über Figuren, Landschaften und kleine Details. Wer selbst eine Krippe hatte, ging natürlich trotzdem schauen – manchmal auch, um sich eine gute Idee mitzunehmen. Dazu gab es Kletzenbrot, Platzerl und nicht selten auch einen Selbstgebrannten. So war Krippenschauen nicht nur Frömmigkeit, sondern auch Begegnung, Handwerk, Stolz und ein Stück Dorfleben.

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Nach dem Krieg ließ das Interesse an der großen Kirchenkrippe jedoch nach. Der alte Brauch geriet nach und nach in Vergessenheit. Die Krippenlandschaft verfiel, die Figuren blieben bei ihren Eigentümern in Schachteln verpackt.

Erst in den 1980er-Jahren wurde der Wunsch nach einer eigenen großen Kieferer Krippe wieder lebendig. Bei der Weihnachtsfeier der Kieferer Heimatbühne am 26. Dezember 1986 entstand bei Hartl Grill, Sepp Danner und Ursula Robeus die Idee, in der alten Pfarrkirche im Friedhof wieder eine Krippe nach Kieferer Tradition aufzubauen.

Ab Januar 1987 kamen weitere Unterstützer dazu, darunter Siegfried Leitner sowie Centa und Willi Zacherl. Die ortsansässigen Künstler Albrecht und Constantin Hahn erhielten den Auftrag, eigene Krippenfiguren zu schnitzen und zu fassen. Später schlossen sich weitere Krippenfreunde an: 1989 Hubert Gehr, 1998 Anton Böck und 2009 Sepp Horn. Seit 2015 arbeiten auch Georg Wallner und Herbert Mairhofer aktiv mit, ab 2023 ergänzt Franz Siller das Team.

Am 24. Dezember 1987 war es dann so weit: Die neue Kieferer Krippe wurde in der voll besetzten alten Pfarrkirche feierlich geweiht und erstmals der Bevölkerung vorgestellt. Wer die Krippe heute sieht, kann gut nachvollziehen, welche Begeisterung dieser Moment damals ausgelöst haben muss.

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Seitdem wird die Kieferer Krippe jedes Jahr mit viel ehrenamtlicher Arbeit aufgebaut, gepflegt, erweitert und erhalten. Im November arbeiten die Krippenbauer und ihre Helfer oft wochenlang an Aufbau, Landschaft, Figuren und Technik. Auch außerhalb der Krippensaison gibt es genug zu tun: abbauen, sichern, reparieren, lagern, vorbereiten.

Ein besonderer Teil dieser Tradition ist auch der Mesnerweg zur Krippe. Mit vielen Kerzenlichtern wird er Jahr für Jahr stimmungsvoll gestaltet. Sepp Horn und seine Helfer investieren dafür während der Krippenzeit täglich viel Zeit und Herzblut.

Die Kieferer Krippe lebt bis heute von Menschen, die anpacken. Von Krippenbauern, Helfern, Musikanten, Spendern, der Gemeinde Kiefersfelden, der Kirchenstiftung Heilig Kreuz und vielen stillen Unterstützern im Hintergrund.

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Die Krippe im Jahreslauf

Seit Bestehen des Kieferer Krippenweges ist die große Kieferer Krippe bereits ab dem 1. Advent zu sehen. Dabei bleibt sie nicht die ganze Zeit gleich. Die Szenen werden im Lauf der Weihnachtszeit mehrmals umgestellt und folgen so den biblischen Ereignissen.


Zum 1. Advent zeigt die Krippe zunächst die Landschaft, Hirten, Tiere, Gebäude und Alltagsszenen in Bethlehem. Ab dem 3. Advent kommt die Herbergssuche dazu: Maria und Josef stehen vor der Stadt Bethlehem und bitten um Unterkunft.


An Heiligabend wird das Jesuskind in die Krippe gelegt. Um 14 Uhr findet traditionell die Krippenlegung statt, begleitet von weihnachtlichen Weisen der Klarinettengruppe und Liedern des Männergesangvereins Kiefersfelden. Diese kleine Feier gehört für viele Besucher längst fest zum Heiligen Abend.


Auch danach verändert sich die Krippe weiter: mit dem Königszug, der Anbetung der Könige, ihrer Heimreise und der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten. Gerade deshalb lohnt sich ein Besuch nicht nur einmal.

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Die Krippenbilder

ab 1. AdventKrippenlandschaft mit Bethlehem, Hirten, Tieren und Alltagsszenen
ab 3. AdventHerbergssuche
24. DezemberGeburt Jesu und Verkündigung an die Hirten
01. JanuarKönigszug und Kindermord von Bethlehem
06. JanuarAnbetung des Jesuskindes durch die Könige
22. JanuarHeimreise der Könige und Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten

Am 2. Februar, dem Fest Mariä Lichtmess, endet nach altem kirchlichem Brauch die Krippenzeit.

Förderverein Kieferer Krippe e.V.

Am 15. Oktober 2015 wurde der Förderverein Kieferer Krippe e.V. gegründet. Sein Ziel ist es, den Bestand der Kieferer Krippe dauerhaft zu sichern, die Krippe zu erhalten und weiterzuentwickeln und das Wissen um die alte Krippenbautradition an Interessierte weiterzugeben.

Alle Arbeiten im Verein und an der Krippe werden ehrenamtlich geleistet. Spenden werden ausschließlich für den Erhalt der Kieferer Krippe, für notwendige Materialien, Reparaturen und für die Weitergabe des Krippenbauwissens verwendet.

Wer die Kieferer Krippe unterstützen möchte, kann sich gerne an den Vorstand des Fördervereins wenden. Für Spenden kann selbstverständlich eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden.